Stolpersteine in Burghaun

Seit Oktober 2009 kann der aufmerksame Beobachter in unserer Nachbargemeinde Hünfeld auf seinem Weg durch die Stadt Stolpersteine wahrnehmen.

Zwar erinnert in unserem Ort schon seit einigen Jahren eine Bronzetafel im Schlosshof an die altehrwürdige Synagogengemeinde von Burghaun, und mit einem Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof, das überlebende Juden setzen ließen, wird der Opfer der Schoa aus dem Altkreis Hünfeld gedacht. 

1994 im Durchgang zum Schlosshof angebrachte Gedenktafel
1994 im Durchgang zum Schlosshof angebrachte Gedenktafel

Trotzdem wäre es sehr zu begrüßen, wenn auch in unserer Gemeinde das eindrucksvolle Projekt individueller "Stolpersteine" des Bildhauers Gunter Demnig verwirklicht werden könnte. 

Mindestens wollen wir der 27  jüdischen Einwohner gedenken, die in Burghaun bis zum bitteren Ende ausharrten, dann aber 1941 und 1942 von hier deportiert und ermordet wurden. Außerdem kommen wahrscheinlich zwei oder sogar drei Menschen (Euthanasie- oder Willküropfer) hinzu, an deren Schicksal wir erinnern möchten - vorausgesetzt noch lebende Angehörige erheben dagegen keine Einwände. 

Um das Projekt "Stolpersteine" in Burghaun auf den Weg zu bringen hat sich im Juli 2010 ein Initiativkreis gebildet, der sich mit den Voraussetzungen und Möglichkeiten der Verwirklichung hier vor Ort befasst und eine Stolperstein-Verlegung vorbereitet.

Obwohl wir hier in Burghaun in einer günstigen Situation sind, da fast alle benötigten Recherchen in dem Buch "Jüdisches Leben im Hünfelder Land - Juden in Burghaun" vorliegen, bleibt noch einiges zu tun übrig. 

 

Die Gemeinde Burghaun -als Eigentümerin der meisten Gehwege- hat der Ausführung des Projektes zugestimmt und ihre Mithilfe zugesagt. Im Rahmen der "Kristallnacht" - Gedenkfeier am 10. November 2010 wurde das Projekt vorgestellt und damit für die Umsetzung in Burghaun der Startschuss gegeben. Als Termin für die Verlegung der ersten 15 Steine hat uns das Büro Gunter Demnig mittlerweile  den September 2011 in Aussicht gestellt. Die zweite Verlegung soll dann im Rahmen der 750-Jahrfeiern von Burghaun im Jahr 2012 stattfinden.

Wir hoffen, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt in der Lage sein werden, für weitere in der NS-Zeit ermordete Burghauner Juden einen solchen Erinnerungsstein verlegen zu lassen. Denn viele von ihnen stammten ebenfalls aus alten eingesessenen Familien und haben ihr ganzes Leben hier am Ort verbracht bis sie schließlich in der Nazizeit in größere Städte flohen, in der Hoffnung, dort überleben zu können.

 

Inzwischen ist das Projekt "Stolpersteine in Burghaun" abgeschlossen, und es ergibt sich die dringende Notwendigkeit, dass die 50 Erinnerungssteine in den Gehwegen von Zeit zu Zeit vorsichtig gereinigt werden, damit sie - um mit Elke Heidenreich zu sprechen -  auch wirklich wie "goldene Sterne in der Sonne funkeln" können.