Jeanette Wohl

Oberste Straße 12 (heute Nr. 11)

 

Jeanette Wohl, geb. 1878 in Wüstensachsen, lebte bei der Familie ihres Schwagers Hirsch Stern und ihrer Schwester Minna Stern geb. Wohl.


Weitere Familienmitglieder waren deren gemeinsamer Sohn Markus und Minnas ältere Tochter Emma. Jeanette war unverheiratet und Miteigentümerin des Hauses Oberste Straße 12.

Während Markus im April 1936 in die USA ausgewandert war und seine Eltern sowie Emma ihm 1939 nach New York folgten, blieb Jeanette in Burghaun. Das Haus hatte man verkaufen müssen, um die Kosten für die Auswanderung und den Lebensunterhalt der zurückgebliebenen Tante aufbringen zu können.

Die alleinstehende und völlig verarmte Jeanette Wohl fand Aufnahme im Haus von Anschel, Fanny und Gusta Braunschweiger in der Dimbachstraße 13.

Das Haus Braunschweiger wurde um 1940 zu einer Art „Judenhaus“. Es wurde für kurze Zeit auch letzte Burghauner Adresse von Regina Braunschweiger, Adelheid Strauß und Recha Stern.

Höchstwahrscheinlich wurde Jeanette Wohl am 31. Mai 1942 zusammen mit Adelheid Strauß, die seit dem Tod ihres Mannes im Haus Braunschweiger lebte, von der Polizei abgeholt und am Burghauner Bahnhof einem Transport Fuldaer Juden nach Kassel zugewiesen. Jedenfalls wurde sie nachweislich am 1. Juni 1942 (zu Pfingsten) von Kassel aus über Izbica in Polen in das Vernichtungslager Sobibor verschleppt, wo man sie unmittelbar nach ihrer Ankunft am 3. Juni 1942 ermordete.

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